Statement zum verleumderischen Artikel in der ‘Jüdischen Allgemeinen’ und den Reaktionen darauf

Liebe Freunde,

diese Woche ist in der vom Zentralrat der Juden herausgegebenen „Jüdische Allgemeine“ ein Artikel des nichtjüdischen Kolumnisten Michael Wuliger erschienen, in dem er die JAfD als “Dreck” beleidigte. Ich bin erst kürzlich aus dem Familienurlaub zurückgekommen und konnte darauf bislang noch nicht antworten.

Es lohnt sich auch nicht, auf diese Zeitung, die in unseren Kreisen manchmal scherzhaft als ‘prawda’ bezeichnet wird, näher einzugehen. Es haben auch schon sehr viele, und wesentlich berufenere Leute reagiert. Unsere Vorsitzende Dr. Vera Kosova nannte den Artikel “radikal, aggressiv und beleidigend” und empfand ihn als unangemessene Antwort “auf die sachliche Kritik am israelischen Botschafter Issacharoff”. Besonders nahe ging mir, dass uns auch Dr. Rafael Korenzecher verteidigte, der Herausgeber der „Jüdische Rundschau“, der einzigen unabhängigen jüdischen Zeitung in Deutschland, die sehr wichtige Themen bespricht und Informationen sammelt, nach denen man sonst lang sucht, weil man sie kaum findet in deutscher Sprache.

Dr. Korenzecher sah in dem Artikel der ‘Allgemeinen’ “Diskreditierung Andersdenkender und die gezielte Herabwürdigung jüdischer Menschen” und hält ihn für typisch für die “unduldsame links-dogmatischen Seite”. Es ist eine Wohltat, eine jüdische Stimme zu vernehmen, die so Offensichtliches ausspricht. In anderen Ländern gibt es viel mehr davon, in Frankreich Alain Finkielkraut und Georges Bensoussan, in Nordamerika Daniel PipesEzra Levant und Alan M. Dershowitz. In Israel gibt es so viele davon, dass man sie gar nicht aufzählen will. Leider ist es aber so, dass es in Deutschland noch immer viel mehr Mut kostet, sich frei zu äußern. Und das spiegelt sich auch in der jüdischen Community wider.

Dass Dr. Korenzecher mit seiner Kritik absolut ins Schwarze trifft, sieht man zB an Sigmount “Sigi” Königsberg, dem Antisemitismusbeauftragten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der es auch für nötig hielt, seinen Senf abzugeben. Er nannte die JAfDler “nützliche Idioten”. Und das, obwohl er selbst in seinen Auseinandersetzungen mit dem amerikanisch-jüdischen Islamforscher Daniel Pipes, der die JAfD unterstützt, längst gezeigt hat, dass diese Bezeichnung eher auf ihn zutrifft. Königsberg empfahl dem renommierten Forscher, die Statements des Zentralrats zu lesen (obwohl Pipes sie nicht nur gelesen, sondern darüber schon mehrere Texte veröffentlicht hatte). Leute wie Königsberg glauben wirklich, dass die Einstellung der Amtsträger des Establishments der Weisheit letzter Schluss sei. Leute wie er sind die geborenen Knechte totalitaristischer Systeme, weil sie nicht imstande sind, selbstständig zu denken, und deshalb zwangsläufig der Mehrheitsmeinung verfallen.

Eines möchte ich aber trotzdem noch anmerken zur Reaktion von Herrn Dr. Korenzecher. Er bezeichnet die JAfD als die “Schulz’schen Juden”. Das meint er sicher nicht despektierlich, es ist eher humoristisch gemeint. Aber es stimmt einfach inhaltlich nicht, weil ich ja gar nicht im Vorstand der JAfD bin. Erstens habe ich mehr als genug zu tun als Landtagsabgeordneter in Hessen, und zweitens haben wir bei der JAfD viele Leute, die das viel besser machen. Neben Vera, unserer Vorsitzenden, sitzen dort zB Artur Abramovych, der u.A. Judaistik studiert hat und sich sehr gut mit jüdischer Geschichte und Literatur auskennt. Dort ist auch Emanuel Bernhard Krauskopf, der aus einer alten deutsch-jüdischen Familie kommt, u.A. in Israel aufgewachsen ist und jahrelang in muslimischen Ländern gearbeitet hat. Er weiß, wie es dort zugeht und was auf die Juden in Deutschland zukommt. Und außerdem haben wir noch Wolfgang Fuhl, der früher Vorsitzender des Oberrats der IRG Baden war und auch im Direktorium des Zentralrats gesessen hat. Er kennt die Funktionäre des Zentralrats alle persönlich und weiß, wovon er spricht, wenn er sie kritisiert. Ihn als einen unwissenden, verwirrten Außenseiter darzustellen, ist praktisch unmöglich.

Die JAfD kritisiert am Zentralrat vor Allem, dass er sich dem linken Meinungsdogma unterwirft und daher auch nicht solidarisch genug mit dem jüdischen Staat ist, der von diesen Linken gehasst wird. Und jetzt kommt ein Kolumnist der Zentralratszeitung daher und versucht, den Leser hinters Licht zu führen und uns so darzustellen, als ob wir diejenigen wären, die in Israel nicht mehrheitsfähig wären. Er unterschlägt, dass sämtliche Organisationen und Institutionen in Israel, die sich während meiner Delegationsreise nicht mit mir treffen wollten, vorher vom Botschafter Ambassador Jeremy Issacharoffangeschrieben worden waren. Er übte Druck aus und nutzte das teilweise mangelnde Wissen der israelischen Behörden über die junge AfD aus, um seine Interpretation aufzuzwingen. Aber das erfährt der Leser im Text von Wuliger nicht. Dort erscheint Issacharoff als das arme Opfer böser, “charakterlich fragwürdiger” AfDler.

Um diese Schlagrichtung beizubehalten, verkauft die ‘Jüdische Allgemeine’ den Sohn des israelischen Botschafters als “in linken israelischen Organisationen aktiv”. Dass Dean Issacharoff, um Israels Ansehen zu schädigen, behauptet hat, als Soldat einen Araber geschlagen zu haben (was sich als Lüge herausgestellt hat), diese Information sucht man im Text von Wuliger vergeblich. Wir, die JAfD, sind der Meinung, dass ein Beamter des israelischen Staates sich von solchen Leuten deutlich distanzieren sollte, die sogar bereit sind, zu lügen, um ihr eigenes Land zu beschädigen.

Wenn wir deswegen als ‘Dreck’ beschimpft werden, dann sagt das mehr über den Urheber der Beschimpfung aus als über uns.

Euer Dimitri Schulz

Quellen:

https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/hoeckes-juedische-hiwis/ (+Screenshot des Artikels)

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